Artist Statement
Die Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld von Realität und Inszenierung und untersuchen, wie weibliche Identität zwischen persönlicher Erfahrung, gesellschaftlichen Bildern und medialer Darstellung entsteht. Im Zentrum steht dabei die Frage, inwiefern unser Selbstbild durch äußere Erwartungen, visuelle Codes und digitale Öffentlichkeiten geformt und transformiert wird. In der Serie Echos eines Selbst richtet die Künstlerin den Blick auf die eigene Identität und reflektiert den Einfluss gegenwärtiger medialer Parameter auf die Wahrnehmung des Selbst. Inszenierung wird dabei als bewusst eingesetztes Mittel verstanden, das sowohl Selbstermächtigung als auch Anpassung sichtbar macht. Gleichzeitig verweist die Arbeit auf einen kollektiven Narzissmus, der als Symptom einer stark bildgeprägten Gegenwart gelesen werden kann. Die langjährige Bühnenerfahrung der Künstlerin prägt ihre künstlerische Praxis maßgeblich. Sie schärft den Blick für Rollen, Projektionen und die feinen Verschiebungen zwischen innerem Erleben und äußerer Darstellung. In aktuellen Arbeiten verschiebt sich der Fokus zunehmend auf das Thema Mutterschaft. Die Künstlerin untersucht die damit einhergehenden Prozesse von Transformation und Identitätsverschiebung – eine Metamorphose, die sowohl intime als auch gesellschaftlich geprägte Dimensionen in sich trägt. Die Künstlerin bedient sich einer collageartigen Arbeitsweise, in der Figuren mit Elementen von Bühnenräumen und szenischen Fragmenten überblendet werden. Ausgangspunkt sind fotografische Aufnahmen, die sowohl Momente des gelebten Alltags als auch Situationen aus dem Bühnenkontext festhalten. Diese eingefrorenen Augenblicke dienen als visuelles Archiv, aus dem heraus die Künstlerin Bildfragmente löst, neu kontextualisiert und in Beziehung zueinander setzt. Durch den Einsatz von Handyfotografie sowie durch die Fotografie als technisches Medium an sich entsteht darüber hinaus ein direkter Bezug zur gegenwärtigen Social-Media-Kultur und der permanenten Flut an Bildern, die unser Sehen und Erinnern prägt. Die Malerei fungiert hierbei als übersetzendes Element in eine neue Inszenierung. Bildräume entstehen so als Verdichtungen unterschiedlicher Realitätsebenen, in denen sich Innen- und Außenwahrnehmung, Intimität und Inszenierung gegenseitig durchdringen. Zugleich präpariert sie ihre Leinwände mit bewusst gesetzten dreidimensionalen Irritationen, die den Bildträger aus der Zweidimensionalität herauslösen und in den Raum erweitern. Diese physischen Eingriffe fungieren als Störungen im Bildgefüge und verstärken den Übergang in eine Form des inszenierten Realismus. Assoziationen zu Stofflichkeit – zu Faltenwürfen, Vorhängen, fallenden Bühnenstoffen – sind dabei intendiert. Sie verweisen auf theatrale Momente des Erscheinens und Verschwindens und machen die Inszenierung als konstitutiven Bestandteil der Arbeit sichtbar.